Über uns

Über uns

Unser Verein führt den Namen ”Secure Base – Kompetenzförderung für Herdenschutzhunde und Halter (SeBa HSH)“.

Mein ganz persönlicher Zugang oder wie es dazu kam:

Mein erster Herdenschutzhund kam aus dem Auslandstierschutz und wurde mir als „Labrador-Mix“ vorgestellt. Schon bei ihrer Ankunft fand ich ihre stattliche Größe sehr auffallend. Da ich mit Hunden aufgewachsen war und  mich damals schon als „hundeerfahren“ eingestuft hatte, gab ich mich mit der Tatsache zufrieden dass man nicht wisse welcher Mix sie genau sei. Die ersten Wochen nach ihrer Ankunft verhielt sie sich eher distanziert, passiv und fast lethargisch.  Sie war weder mit Leckerlis zu locken noch konnte man sie zum Spielen animieren. Was für ein faules, genügsames, liebes Teddybärli…..

Nach ca. 6 Monaten bemerkte ich eine merkwürdige Veränderung. Permanent legte sie sich vor Türen und ließ vor allem meine mittleren Kinder weder herein noch hinaus. Mit dem Baby hatte sie keine Probleme.

Die Situation spitzte sich immer mehr zu sodass meine Kinder auf Anraten eines „Hundetrainers“ nur noch mit der Wasserpistole bewaffnet durch die Wohnung spazierten.  Der nächste Schritt war ab zum Tierarzt – denn das seltsame Verhalten hätte ja auch körperliche Ursachen haben können. Zu meinem  Unmut  wollte mir der Tierarzt nach der Untersuchung ( Hund war topfit) einreden, ich solle den Hund so schnell wie möglich wieder dahin bringen wo ich ihn her hätte denn ein Kangal hätte in einer Wohnung nichts zu suchen.. Kangal?

Was ist das nun wieder….Selbstverständlich wurde auch ein „Profi“ ins Haus geholt, der sich die Sachlage vor Ort ansehen sollte.

Unzählige Übungen- (Deckentraining, Platzschicken, Alphawurf, Clickern, Einschränkung des Bewegungsraumes, Hund an den eigenen Körper anleinen und wild kreuz und quer rennen und den Hund dabei immer wieder rempeln, Schnauzgriff, in die Seite knuffen,  uvm.) und einige Huntetrainer, Hundekommunikatoren, Hundeenergetiker, Hundeflüsterer, und sonst welche Profis an denen man sich als ratloser Hundehalter wendet später war klar: Mit dem Hund stimmt was nicht…

Also Hund geschnappt und in die nächste Hundeschule damit. Der Erfolg blieb aus… Nach weiteren 6 Monaten wurde mir vom Hundeschulentrainer mitgeteilt: Der kann man nix beibringen.

Da sich innerhalb dieses Jahres jedoch nicht nur das „nichtbeibringen“ von Befehlen sondern auch mir unbekannte Wesenszüge herauskristallisierten( Futter wurde extrem verteidigt- jedoch nicht nur Hundefutter in der Schüssel sondern auch unser Futter am Esstisch) mit denen ich nur schwer zurecht kam entschloss ich mich erneut den vermittelnden Verein um Hilfe zu bitten. ( Bis dato kam von dem Verein nur immer wieder- die braucht noch Zeit belohnen Sie viel mit Leckerli) Als ich den Verein dann endlich erreichte und meine Probleme schilderte meinte dieser – „Klar der Hund braucht Artgenossen um sich – und sie hätten gerade eine Sarplaninac Hündin in ähnlichem Alter ! Wenn ich die dazu nehmen würde wäre es gleich viel einfacher! Gesagt getan. Keine Woche darauf wurde mir ein grau schwarzer Fellball gebracht. Vom Verhalten ähnlich  wie die erste vor einem Jahr nur etwas frecher dachte ich mir. Die Hündinnen waren eher distanziert zu einander. Der Verein riet gemeinsam füttern dann wachsen die schon zusammen. Ja…. Zusammen gewachsen sind sie …. Endete mit unzähligen Nähten an  meinem Oberschenkel da ich beim Zusammenwachsen direkt dazwischen stand…

Dieser Verein war ab diesem Zeitpunkt leider für mich nicht mehr erreichbar.

Das alles ist jetzt über 15 Jahre her. Bika die eine meiner größten Lehrmeisterinnen und mein allererster Seelenhund war, trat letztes Jahr ihre letzte Reise an.

Sie begleitete mich durch all meine Erfahrungen. Lehrte mich zu verstehen,  gut hinzuschauen, zuzuhören, zu lesen, zu deuten ohne Worte.

Sie korrigierte Fehlverhalten von Hunden, wenn ich als Mensch wieder einmal zu langsam oder zu unachtsam war, sie unterstützte mich bei jeder neuen Herausforderung mit ihrer Souveränität und Gelassenheit.

Nach dieser Erfahrung habe ich versucht mich in das Verhalten von HSH einzulesen (jedes HSH-Buch wurde verschlungen).

Ich merkte jedoch rasch, dass Literatur- sprich Theorie und Praxis in keiner Weise zusammenspielen.

Daher habe ich Kontakte geknüpft zuerst mit Züchtern in Österreich – ich habe Vereine gesucht um mich auszutauschen.

Was man so alles tut. Unzählige  Besuche in Tierheimen, Spaziergänge nur  noch mit Herdenschutzhunden.

Im Laufe der Zeit habe ich  immer mehr HSH Besitzer gelernt und konnte mich mit diesen austauschen.

Ich habe gelernt, beobachtet, reflektiert, aufgenommen, vieles nahezu aufgesaugt, und gespürt/erspürt.

Ich habe Reisen unternommen um HSH an der Herde zu beobachten.

Ein steter Austausch über Erfahrungen findet nach wie vor statt.

Irgendwann kam mein erster Pflegehund ( noch unter Zeckentfremdung von Omas Garten da kein eigenes Haus vorhanden)

Auch mit diesem habe ich gelernt zu hören, zu sehen, zu erkennen.

 

Während meines Psychologie Studiums habe ich  viel Wissen über Kognitive Neurowissenschaften sammeln können. Dieses konnte ich mit Hunde./.Menschen Gehirnen vergleichen.

Leider gibt es wenig Literatur über das Hundegehirn. Am meisten beschäftigten mich Fragestellungen :

Wie entsteht Angst?

Wie entsteht Deprivation?

Welche Areale sind bei Stress aktiviert?

Welche Unterschiede bei Bindungstheorien Kinder vs Welpen gibt es?

 

Viele Workshops und Fortbildungen wurden von mir besucht.

 

Ich lerne jedoch am meisten  von denen dazu die traumatisiert oder verstört bei uns landen. Mit jedem neuen Hund der bei uns ankommt,  wird mein Erfahrungsschatz vergrößert.

Die Hunde sind meine wahren Lehrmeister.. Durch unsere Notaufnahmestelle sind immer wieder Herdenschutzhunde für eine bestimmte Zeit bei uns zu Gast.

Jeder „Nothund“ bringt ein anderes Problem mit, das es zu lösen gilt.

 

Auffällig ist, dass die Gründe der Abgabe sehr oft identisch sind.

 

Oft hat mal als End- oder Pflegestelle absolut keine Ahnung was man sich da für einen Hund ins Haus holt.

Mangelnde Aufklärung durch die Züchter/ Verkäufer und speziell von Tierschutzvereinen welche das Wesen der HSH entweder durch Dramatisierung oder Beschwichtigung völlig anders darstellen als es in Wirklichkeit ist.
,,Wenn wir das alles vorher gewusst hätten ….,, ist das, was wir sehr oft zu hören bekommen.
Natürlich gibt es  sicher immer jemand, der anderer Meinung ist und das ist auch gut so und wird von uns völlig akzeptiert.. Wir haben schon seit über einem Jahrzehnt Herdenschutzhunde.

 

Ich oder besser wir sind nie stehen geblieben, haben kontinuierlich immer weiter an mir gearbeitet,  habe reflektiert ,  so manches Mal meine Meinung überdacht,  meine Standpunkte korrigiert.

 

Aus und mit jedem Hund habe ich so viel Neues gelernt.

Das geht nur wenn der einzelne Immer offen bleibt  und bereit ist, über den Tellerrand zu blicken.

 

Als ich meinen Mann kennenlernte haben wir ein Haus gekauft und unsere Möglichkeit als Notstelle zu fungieren erweitert.

Unser Haus gleicht mittlerweile einer Festung – wir haben einen massiven Zaun gebaut und sichere Zwingeranlagen gebaut, die Gehege der Hunde sind ausbruchsicher errichtet worden.

 

Ich habe nie aufgehört an Wunder zu glauben.